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Was eine mehrsprachige Website wirklich erfordert

Inhalte, URLs, Signale für Suchmaschinen und Rechtstexte: der Aufwand, der hinter jeder weiteren Sprache steckt.

Eine mehrsprachige Website wird oft als „dieselbe Website, nur übersetzt“ kalkuliert, und genau an dieser Annahme scheitern Budgets und Termine. Jede Sprache bringt Entscheidungen mit sich: zu Struktur, Sichtbarkeit in Suchmaschinen, Design, Rechtstexten und vor allem dazu, wer sie nach dem Launch aktuell hält. Nichts davon ist schwierig, wenn es von Anfang an eingeplant ist, und alles davon wird teuer, wenn es spät auffällt. Dieser Leitfaden zeigt, was die Arbeit wirklich umfasst, damit Sie sauber briefen und entscheiden können, mit wie vielen Sprachen Sie starten.

Was braucht eine mehrsprachige Website neben der Übersetzung?

Die Übersetzung der sichtbaren Seitentexte ist die umfangreichste Einzelaufgabe, doch daneben stehen mehrere weitere:

  • Eine URL-Struktur und ein technisches Setup, die Suchmaschinen richtig auslesen können.
  • Keyword-Recherche in jeder Sprache, denn in jedem Markt wird anders gesucht.
  • Ein Design, das mit längeren und kürzeren Texten zurechtkommt.
  • Übersetzte Formulare, E-Mails, Rechtstexte und Systemmeldungen.
  • Ein Prozess, der alle Versionen synchron hält, wenn sich Inhalte ändern.
  • Jemand, der Anfragen in jeder veröffentlichten Sprache beantworten kann.

Der letzte Punkt sollte als Erstes geklärt werden. Eine Seite, die auf Französisch zur Kontaktaufnahme einlädt, weckt die Erwartung einer Antwort auf Französisch. Wenn Sie eine Sprache im Vertrieb nicht bedienen können, veröffentlichen Sie sie besser noch nicht.

Welche URL-Struktur eignet sich für mehrsprachige Websites?

Es gibt drei gängige Varianten. Unterverzeichnisse (ihre-website.com/fr/) halten alles auf einer Domain, sind am einfachsten zu verwalten und passen für die meisten Unternehmen. Subdomains (fr.ihre-website.com) verhalten sich eher wie eigenständige Websites. Länderdomains (ihre-website.fr) senden das stärkste lokale Signal, bedeuten aber getrennte Domains, die Sie registrieren, pflegen und für die Sie jeweils Autorität aufbauen müssen.

Unabhängig von der Wahl gelten einige Regeln:

  • Jede Sprachversion einer Seite braucht eine eigene URL. Inhalte, die unter derselben Adresse die Sprache wechseln, lassen sich nicht sauber indexieren.
  • Ergänzen Sie hreflang-Angaben, damit Suchmaschinen wissen, welche Seiten einander entsprechen, und jedem Nutzer die richtige zeigen. Jede Version muss auf alle anderen und auf sich selbst verweisen.
  • Entscheiden Sie, ob Sie Sprachen oder Länder ansprechen. Französisch für Frankreich und Französisch für Kanada sind verschiedene Zielgruppen mit eigenem Wortschatz, eigener Währung und eigenem Recht.
  • Übersetzen Sie die URL-Slugs, wo es praktikabel ist.
  • Bieten Sie einen sichtbaren Sprachumschalter an, der zur entsprechenden Seite führt und nicht zurück zur Startseite.

Wer übersetzt, und wie sichern Sie die Qualität?

Realistisch haben Sie drei Wege: professionelle Übersetzung durch Menschen, maschinelle Übersetzung mit muttersprachlichem Lektorat oder rohe maschinelle Übersetzung. Die richtige Mischung hängt von der Seite ab. Startseite, Leistungs- und Vertriebsseiten tragen Ihren Ruf und gehören in die Hände muttersprachlicher Texter, die die Botschaft adaptieren, statt sie Wort für Wort zu übertragen. Umfangreiche begleitende Inhalte können durchaus maschinell vorübersetzt und dann geprüft werden.

Qualität entsteht ebenso sehr durch Vorbereitung wie durch die Übersetzung selbst:

  • Ein Glossar mit Produktnamen, Fachbegriffen und Wörtern, die unübersetzt bleiben müssen.
  • Eine Vorgabe zur Tonalität, auch zur Anrede mit Du oder Sie, die im Deutschen, Französischen und Spanischen eine wichtige Entscheidung ist.
  • Keyword-Recherche pro Sprache. Wer die Keywords der Ausgangssprache einfach übersetzt, trifft selten die Begriffe, die Kunden vor Ort eintippen.
  • Eine letzte Prüfung der Texte direkt auf der Seite, wo abgeschnittene Buttons und unschöne Zeilenumbrüche sichtbar werden.

Was wird bei der Übersetzung einer Website häufig vergessen?

Die eigentlichen Seitentexte bekommen Aufmerksamkeit. Unübersetzte Reste finden sich nach dem Launch in allem, was sie umgibt:

  • Seitentitel und Meta-Beschreibungen.
  • Alternativtexte von Bildern und alle Bilder, die Text enthalten.
  • Formulare: Beschriftungen, Platzhalter, Fehlermeldungen und Bestätigungen.
  • Automatische E-Mails, etwa Eingangsbestätigungen für Anfragen und Bestellbenachrichtigungen.
  • Cookie-Banner, Datenschutzerklärung, AGB und weitere Rechtstexte, die je nach Markt zudem eine juristische Prüfung brauchen können.
  • Navigation, Footer, Suchergebnisse und 404-Seiten.
  • Dokumente zum Download, Videountertitel und strukturierte Daten.
  • Bei Onlineshops: Währungen, Steuerausweis, Lieferinformationen, Checkout und Rückgabebedingungen.

Erstellen Sie diese Liste als Inventar, bevor Sie ein Übersetzungsangebot einholen. Das erspart Ihnen überraschende Kosten ebenso wie einen peinlichen Checkout im Sprachenmix.

Wie muss das Design für mehrere Sprachen angelegt sein?

Die Textlänge ändert sich mit der Sprache. Deutsche und französische Texte sind meist länger als englische, und eine Button-Beschriftung, die in einer Sprache sauber passt, bricht in einer anderen um oder läuft über. Layouts sollten mit der längsten Sprache gestaltet und getestet werden, nicht mit der Ausgangssprache.

Prüfen Sie, ob Ihre Schriften alle benötigten Akzent- und Sonderzeichen enthalten. Sonst ersetzt der Browser einzelne Zeichen durch eine andere Schrift. Formatieren Sie Datum, Zahlen, Adressen und Telefonfelder passend zu Land und Sprache. Prüfen Sie Bilder und Beispiele auf lokale Relevanz. Wenn Sie später eine von rechts nach links geschriebene Sprache wie Arabisch ergänzen möchten, sagen Sie es früh, denn das beeinflusst den Aufbau des gesamten Layouts.

Wie halten Sie alle Sprachversionen aktuell?

Der Launch ist der einfache Teil. Der eigentliche Preis einer mehrsprachigen Website: Jede künftige Änderung fällt mehrfach an. Eine neue Leistungsseite, eine geänderte Preisliste oder ein Blogartikel muss in jeder Sprache übersetzt, geprüft und veröffentlicht werden, sonst laufen die Versionen auseinander.

Vereinbaren Sie den Ablauf vor dem Launch. Legen Sie eine Ausgangssprache fest, in der Inhalte immer zuerst entstehen. Klären Sie, wer informiert wird, wenn sich die Ausgangsversion ändert, und wer jede Übersetzung freigibt. In WordPress verwalten Plugins wie TranslatePress, WPML oder Polylang verknüpfte Sprachversionen und zeigen, was fehlt oder veraltet ist. Das Tool unterstützt den Prozess aber nur, es ersetzt ihn nicht.

Wählen Sie zudem bewusst aus. Nicht alles muss in jeder Sprache existieren. Viele Unternehmen übersetzen die Kernseiten vollständig und veröffentlichen den Blog nur in den Sprachen, in denen sie ihn dauerhaft pflegen können.

Wovon hängen Kosten und Zeitplan ab?

Die wichtigsten Faktoren sind die Zahl der Sprachen, der Textumfang, die Übersetzungsmethode und der Anteil dessen, was pro Markt individuell entsteht, statt übersetzt zu werden. E-Commerce, juristische Prüfung und eine eigene Keyword-Recherche erhöhen den Aufwand. Eine Website, die von Beginn an für mehrere Sprachen gebaut wurde, lässt sich deutlich günstiger erweitern als eine, bei der Sprachen nachträglich in ein Layout gezwängt werden, das nie dafür gedacht war.

Häufige Fragen

Reicht eine automatische Übersetzung aus?

Zum Verstehen oft ja. Um Kunden zu überzeugen, meist nicht ohne Überarbeitung. Maschinelle Übersetzungen können Ton, Terminologie und Kontext falsch einschätzen. Nutzen Sie sie als Ausgangspunkt und lassen Sie die Seiten, die für Ihr Geschäft zählen, muttersprachlich überarbeiten.

Sollte die Website die Sprache automatisch nach Standort wechseln?

Vermeiden Sie erzwungene Weiterleitungen. Standort und Browsereinstellungen sagen nicht zuverlässig, welche Sprache jemand bevorzugt, und automatische Weiterleitungen können Suchmaschinen daran hindern, alle Versionen zu erreichen. Schlagen Sie eine Sprache vor, wenn Sie möchten, aber lassen Sie Besucher immer selbst wählen und merken Sie sich die Wahl.

Brauchen wir für jedes Land eine eigene Domain?

Selten. Unterverzeichnisse auf einer einzigen Domain funktionieren für die meisten Unternehmen gut und bündeln Ihre Autorität in Suchmaschinen an einem Ort. Länderdomains sind sinnvoll, wenn jeder Markt als eigenständiges Geschäft mit eigenem Team arbeitet.

Mit wie vielen Sprachen sollten wir starten?

Mit so vielen, wie Sie pflegen und mit Antworten bedienen können, nicht mit so vielen, wie Sie sich einmalig zu übersetzen leisten können. Mit zwei sauber umgesetzten Sprachen zu beginnen und später weitere zu ergänzen, ist ein solider Weg.

Wenn Sie eine Website in mehr als einer Sprache planen: Unser Team für Webdesign und Webentwicklung hilft Ihnen, Struktur, Workflow und Umfang festzulegen, bevor die Übersetzung beginnt.

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